Dienstag, 24. Februar 2015

Leben | Kreative Hunsrücker: Rudi Alexius, Heimatschriftsteller

Heute möchten wir euch in unserer kleinen Reihe Rudi Alexius vorstellen. Er ist 84 Jahre alt, kommt aus einem 140-Seelen-Dorf im Hunsrück und ist Heimatschriftsteller. 


 
 
Geschrieben hat Rudi Alexius schon immer, zum Beispiel für das Dorfleben oder Familienereignisse. Seit 1994 ist er Mitglied der Autorengruppe Hunsrück und trägt seitdem auch öffentlich seine ernste und besinnliche Lyrik vor. 1996 hat er sein erstes Buch, einen Gedichtband veröffentlicht. Es folgten die Mitarbeit an der Dorfchronik des Dorfes Thörlingen sowie zwei weitere Bände mit Lyrik. Außerdem sind einige seiner Werke in Anthologien veröffentlicht.


 
 
Auch Rudi Alexius hat natürlich unseren Kreativfragebogen beantwortet:

Deine Verbindung zum Hunsrück?
Ich bin geborener Hunsrücker. Meine Heimatverbundenheit rührt zum Teil daher, dass der Hunsrück lange Zeit das vergessene und arme Land war.

Was bedeutet für dich Kreativität?
In erster Linie das Schreiben und auch das Lesen. Ist mir ein Satz gut gelungen, dann freue ich mich, auch, wenn ich nur für mich schreibe. In Verbindung zum Hunsrück bin ich besonders kreativ. Ich möchte die Geschichte des Hunsrücks, also das letzte Jahrhundert, jungen Leuten vermitteln. Damit das Unrecht des Zweiten Weltkriegs nicht in Vergessenheit gerät.

Woher nimmst du deine Ideen, Inspirationen?
Ich war schon immer sehr grüblerisch veranlagt, denke gerne nach. Meine Gedanken sind am frühen Morgen am klarsten, kurz vor dem Aufstehen. Ich brauche unbedingt stille Stunden, Stunden der Besinnung. Das ist mir ganz, ganz wichtig. Ohne die stillen Stunden wollte ich nicht leben.

Wie holst du dich aus einem kreativen Tief heraus?
Durch lange Spaziergänge und stille Stunden. Das eine schließt das andere nicht aus.  


 
 
Zum Schluss möchten wir euch noch eines von Rudis Gedichten vorstellen. Weil wir doch alle sehnsüchtig auf den Frühling warten, passt dieses Gedicht sehr gut, wie wir finden:


Frühling
Wie lang noch bleibst du uns verborgen?
Wirst du doch täglich mehr vermisst,
schon plagen uns gewisse Sorgen,
die Frage gar, wo du nur bist.
Ist eis- und schneebedeckt die Erde,
in Schlaf gehüllt noch die Natur,
verharrt mit frostiger Gebärde
und widersetzt sich Frühlings Spur.
Entschlossen er es dennoch wagt,
dringt vor ins weite Land,
des Winters Reste fort er jagt,
sie vorerst weit verbannt.
Die Sonne freundlich strahlt und lacht,
der Frühling spricht: "Es werde."
So manche Blume nun erwacht,
es öffnet sich die Erde.
Die Glöckchen, schüchtern noch, sich zeigen,
die Krokusse in buntem Reigen,
auch Veilchen sind es, Hyazinthen
und Tulpen, die den Frühling künden.
In Lüften frohes Musizieren,
ist's doch des Lenzes Triumphieren,
im Walde er, in Wies' und Feld,
er nirgendwo sich vorenthält.
Verkündet so des Winters Ende,
macht deutlich klar, dass dies die Wende,
belebend, zartgrün sein Gewand,
der Frühling nun im ganzen Land.

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