Freitag, 24. März 2017

Leben | Vom Superbrain einer Mama oder #arschcoolesuperfrauen


Neulich, vorm Kindergarten. Eine befreundete Mutter erzählte mir, dass sie am Vortag mit ihrem Mann (der sich extra Urlaub genommen hatte) beim Entwicklungsgespräch im Kindergarten war - nur um gesagt zu bekommen, dass das Gespräch erst in der nächsten Woche stattfindet.
"Mein Gehirn ist einfach nur noch Matsch, seit ich Kinder habe", klagte sie. Und die anderen Mütter stimmten mit ein und erzählten, was sie alles vergessen, verschusseln, verlieren seit sie Kinder bekommen haben. Ja, und ich, ich hatte natürlich auch die eine oder andere Geschichte parat, wie vergesslich ich doch geworden bin.


Zu Hause aber begann ich zu überlegen. Es stimmt doch gar nicht, was wir Mütter alle beklagen. Wir sind nicht vergesslicher geworden, unsere Gehirne weniger leistungsfähig. Im Gegenteil! 


Schließlich haben wir jetzt einen - oder zwei, oder drei,... - kleine Menschen, für die wir mitdenken müssen. Als ich noch keine Kinder hatte, hatte ich lediglich meine Termine im Kopf. Jobtermine, Arzttermine, Verabredungen mit Freunden, Geburtstage... . Und ja, auch da habe ich schon den einen oder anderen Geburtstag verschusselt.

Heute sieht die Sache schon ein wenig anders aus.Neben meinen Arztterminen weiß ich, wann ich  mit der Tochter zum Augenarzt muss, mit dem Sohn zur U7, mit der Tochter zum Kinderturnen. Ich merke mir, wann und mit wem der Sohn nach dem Kindergarten zum Spielen verabredet ist, wer wann Geburtstag hat, wann feiert und welches Geschenk noch besorgt werden muss. Ich habe im Kopf, dass der Sohn dringend neue Schuhe braucht, dass ich einen Termin beim Zahnarzt ausmachen muss und die Tochter in den nächsten zwei Wochen zum Friseur sollte. Rechnung XYZ überweise ich mal so nebenbei und die Termine der Müllabholung manage ich auch noch. Dazwischen plane ich den nächsten Familienurlaub, telefoniere mit der besten Freundin, die ich eigentlich schon längst mal wieder treffen wollte und schreibe die Einkaufsliste.



Ungewollt und ganz automatisch merke ich mir auch noch die Arzttermine meines Mannes, wann er wo und wie lange auf Dienstreise ist, erinnere ihn an seinen Friseurtermin und seine Fußballspiele. Moment!?! Habe ich gerade geschrieben, ich erinnere meinen Mann an seine Fußballspiele??? Okaaaay, in Zukunft weiß ich, wo ich noch Gehirnkapazität einsparen kann...

Aber zurück zum Thema. Ganz schön viele Termine und Daten, mit denen ich in meinem Kopf jongliere und das Meiste sogar auf die Reihe bekomme. Da sei es mir doch verziehen, wenn ich anstatt der Strumpfhose für den Sohn, neue Unterhemden für die Tochter kaufe oder nicht wie geplant beim Zahnarzt sondern beim Hautarzt auf der Matte stehe.

Und wem das alles jetzt reichlich banal vorkommt: Tja, es stimmt vielleicht, dass Kindergeburtstage und Spieldates uns Erwachsenen banal vorkommen, nicht aber unseren Kindern.
Wie heißt der schöne Spruch noch mal: Unser Alltag ist ihre Kindheit.
Genauso sieht's aus!

Deswegen sollten wir, anstatt uns zu beklagen, uns viel häufiger selbst auf die Schulter klopfen und und uns sagen: Was sind wir doch für arschcoole Superfrauen!

Und ihr könnt euch sicher sein: In den Augen eurer Kinder seid ihr das sowieso, auch wenn sie es vielleicht anders ausdrücken würden.


Macht's gut,

Kerstin M.


Weitere Posts aus unserer Reihe Mama-Talk: 
  • Wie ich meinen Namen verlor oder das neue Wir-Gefühl <klick>
  • Von Daheim-Bournout und Baby-Purbertät <klick> 
  • DIY-Matschküche <klick>
  • DIY-Kinderküche aus altem Nachtschränkchen <klick>



Wir sind dabei: Blogparade #arschcoolesuperfrauen von StadtLandMama 



Kommentare:

  1. Oh liebe Kerstin.....
    ist das deine Geschichte oder meine?
    Kommt mir gerade so bekannt vor....
    Ganz liebe Grüße
    Jen

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  2. Yes liebe Kerstin! Genau so ist es. Alles drin in unseren klugen Köpfen. Das soll uns erstmal einer nachmachen. Und überhaupt. So überperfekt ist doch auch irgendwie unsymphatisch. Wo bleibt denn da das Leben. Den Spruch mit dem Alltag und der Kinheit kannte ich gar nicht. Total schön!

    Liebe Grüße aus Berlin
    Doreen

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  3. Lieb Kerstin, dafür beschenken uns unsere Kinder. Vor 2 Wochen wollte ich meiner Ältesten die Haut retten und ihr den Ordner in die Schule hinterherfahren, hatte selbst Zeitnot. Der Kleinste musste musste in der Kita abgesetzt werden. Ich habe mir in Hektik den Kopf blutig geschlagen. Da ist der Kleine mal eben in den Kühlschrank geklettert, hat mir n Coolpack gegeben, mich getröstet und sich gaaanz alleine angezogen. Unverpackte Grüße, Judith

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